Essstörungen sind ein Schattenthema unserer Gesellschaft

Essstörungen sind ein Schattenthema unserer Gesellschaft. Tabu. Lieber nicht hinschauen.

Ich kann selbst nach intensiver Recherche, keine konkreten Zahlen finden. Fakt ist aber dass etwa 3-5 % aller Frauen (und zunehmend auch Männer) einmal in ihrem Leben Phasen einer mehr oder weniger schweren Ess-Störung durchleben.
Ich behaupte, die Dunkelziffer ist viel, viel höher.
Betroffene sprechen kaum darüber.
Schattenthema.
Ich merke selbst wenn ich zu diesem Thema poste, dass es nur seeehr verhaltene Reaktionen gibt.
Hier und da ein like. Zurückhaltung und Scham.
Oder – „nicht mein Thema“ – lieber weiterscrollen und das tausendste Urlaubsfoto liken und dem zigsten Katzenvideo ein Herzchen schenken. Alles gut.

Ich werde auch gefragt, warum ich mich zu diesem Thema so persönlich „oute“. Ob ich denn nicht Angst um meinen „Ruf“ habe? Wie bitte?
Ich bin 15 Jahre meines Lebens durch Ess-Störungen aller Art gegangen, teilweise durch die“Hölle“. Und ich habe überlebt - noch besser - ich habe vollständige Heilung erfahren.
Und jetzt soll ich nicht darüber sprechen???
Leute, ich sehe das als meine Pflicht, diesen Schatten ans Licht zu holen.
Ich sehe es als meinen Auftrag, das Thema in den Raum zu stellen und zu thematisieren!
Nicht nur im Coaching, wo ich Betroffene und Angehörige begleite – von ganzem Herzen –ohne Frage.

Aber dieses Thema ist auch gesellschaftspolitisch relevant.
Hast du Kinder? Dann sag ich dir mal was.
Jedes vierte Kind fühlt sich zu dick!
Jedes dritte Kind zwischen 9 und 14 Jahren hat schon mindestens eine Diät hinter sich!
Geht’s noch? Was geht hier ab in unserer Gesellschaft?
Vielleicht lehne ich mich zu weit aus dem Fenster wenn ich behaupte: „Unsere Gesellschaft hat ein krankes Verhältnis zu Essen.“
Aber wenn ich mich so umhöre und in den Medien schaue was so abgeht, dann vielleicht auch nicht?

Körpernormen, Schlankheitswahn, Ernährungstrends, Überkonsum, „bodyshaming“ ... es könnte einem schwindlig werden....an der Oberfläche.
Hier auch ein interessanter Artikel aus der Wienerin von 2017!
https://wienerin.at/wie-unsere-gesellschaft-essstorungen...

So....Aber was ist darunter?
Eine Gesellschaft von Menschen, die sich selbst in der Tiefe nicht wirklich lieb haben.
Wie denn auch? Hat uns als Kind niemand beigebracht, oder?
Vielmehr: Klappe halten, still sitzen, nachmachen, Leistung abliefern, konform gehen.

Ich glaube, dass echte Selbstliebe ein zentraler Ansatz für viele Probleme unserer heutigen Zeit sein kann.....
Keine oberflächlichen Affirmationen, esoterisches blabla, auch keine narzisstische Selbsterhöhung, - das meine ich nicht – ich meine in der Tiefe fühlbare, radikale Selbstliebe – heilsame...
Aber zurück zum Ausgangspunkt:
Ess-Störungen – Schatten der Gesellschaft
Als ich mich selbst zu lieben begann...begann sich meine eigene Ess-Störung Schritt für Schritt zu lösen...
Liebe ich mich selber schon immer tief und wahrhaftig? –
nein, nicht immer, aber immer mehr und... ich gehe jeden Tag aufs neue auf die Übungsmatte, lerne, forsche, fühle..

Wenn du mich dabei begleiten magst komm gerne mit auf meinen instagram kanal:
https://www.instagram.com/in.huelle.und.fuelle/

Außerdem hüte ich eine wundervolle Gruppe zum Thema Ess-Störungen:
https://www.facebook.com/groups/639837457082153/

Was mich aber jetzt einmal vielmehr interessiert:
Was denkst du, wenn du diesen Post liest? Wie siehst du das Thema Ess-Störungen? Was sind deine Erfahrungen?

Deine Karin